Vereinschronik Fanfarenzug Meinhard

Als sich im Jahre 1957 eine Handvoll junger Burschen, mit Heinz Böttner an der Spitze, zusammensetzte und auf den mutigen Gedanken kam, einen Fanfarenzug zu gründen, da hatte der Faktor „Freizeit“ sicherlich noch eine ganz andere Bedeutung als Heute.

Da waren eigentlich mehr finanzielle Gründe, die dagegen sprachen einen Verein zu gründen, der bestimmt nur Geld kosten würde, statt gemeinsam Musik zu machen. Aber Ehrgeiz, ein neugieriges Interesse, ein Anflug von aufkeimendem Idealismus und sicherlich auch eine Portion Selbstvertrauen gaben letztendlich den Ausschlag für die Vereinsgründung.

Und so wurde er dann im Jahre 1957 gegründet, der

 Fanfarenzug Grebendorf.

Gruppenbild 1958

Gruppenbild vor dem ehem. Bürgermeisteramt und Feuerwehrgerätehaus.

Von links: Fritz Deichsel, Dieter Mark, Herbert Schulz, Gerd Bamberg, Dieter Bierschenk, Manfred Böttner, Adolf Wickenträger, Benno Schubert, Heinz Böttner (Stabführer), Dieter Ittershagen, Horst Roth, Bernd Heine, Horst Krengel, Heinz Wallbraun, Dieter Kluge, Manfred Nolte, Horst Volkmar.

Kirmesumzug 1958 in der Kirchstrasse

 

Es war das Jahr als die Sowjetunion den ersten Sputnik ins Weltall schoß, als die „Brücke am Kwai“ die Kino’s füllte, als Christian Dior die „Sacklinie“ kreierte, als das deutsche Segelschulschiff die „Pamir“ mit 80 Seeleuten an Bord sank, oder als innerhalb der geschlossenen Ortschaften Tempo „50“ in Westdeutschland eingeführt wurde. Ein Schritt, der aus heutiger Sicht, für die Gemeinde Grebendorf ein Aktivposten für das Vereinsleben werden sollte. Schon bald hatte das Interesse und die Begeisterung weiter um sich gegriffen und immer mehr junger Leute waren bereit, dem Fanfarenzug beizutreten. Selbst die jungen Mädchen im Dorf wurden angesteckt und leisteten ihren Beitrag, indem in geschickter Handarbeit die ersten Fanfarentücher stickten, die in den gewählten Vereinsfarben schwarz/rot/gelb, die Initialen „FZG“,  für Fanfarenzug Grebendorf und das Vereinssymbol den „Sandhasen“ zeigten. Auch die Vereinsfahne wurde im monatelanger Arbeit vom 1. Vorsitzenden Heinz Böttner geschaffen und dem jungen Verein als persönliches Geschenk überreicht. Bereits nach 8 Wochen konnte der erste öffentliche Auftritt verbucht werden. Die Übungsstunden wurden in der alten Turnhalle des TSV Grebendorf abgehalten. In den darauffolgenden Jahren wurde der Zug kontinuierlich ausgebaut und war ein gern in Anspruch genommener Gast bei allen möglichen Anlässen in der näheren Umgebung. Unvergessen sind auch die Kameradschaftsabende im damaligen Vereinslokal dem „Terassencafe“, welches im „Marmeladenschlößchen“ etabliert war. Als der Fanfarenzug dann im Jahre 1967 in die Freiwillige Feuerwehr Grebendorf eintrat, ein Mitverdienst des damaligen Ortsbrandmeisters Karl-Otto Grocke, wurde die bisherige schwarz-weiße Uniform zu einer Feuerwehruniform ausgebaut. Nachdem, im Zuge der Gebietsreform, die Großgemeinde Meinhard geschaffen wurde, beschlossen die Verantwortlichen, den bisherigen Fanfarenzug Grebendorf in „Fanfarenzug Meinhard“ umzubenennen. Aus traditionellen Gründen wurde hierbei das Grebendorfer Symbol, der „Sandhase“ weiterhin im Vereinswappen beibehalten. Im Jahre 1973 konnte dann ein lang gehegter Wunsch verwirklicht werden: Die bisher nur aus den Fanfarentüchern ersichtliche Vereinsfarbe gelb/schwarz/rot wurde, mit gelben Blusen und einer roten Weste, auch in die Gesamtuniform übertragen. Eine Investition, die sich bezahlt machte, denn bis Heute gehört der Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Meinhard, in seiner schmucken Uniform, zum festen Bestandteil von vielen großen Festen in Nah und Fern. Bekannte Namen markieren den erfolgreichen Weg des Fanfarenzuges. So kann man mit Stolz auf Großauftritte in Kassel, Rotenburg, Melsungen, Bad Orb, Schlitz, Fritzlar, Wetzlar, Marburg, Lauterbach, Bensheim, Bürstadt, Hofgeismar, Arolsen, Wiesbaden, Heimbach-Weis am Rhein(Neuwied), Fulda, im Hansaland an der Ostsee, Blumenkorso in Bad Ems, usw. verweisen, um nur einige zu nennen. Mit einer Fleißleistung von durchschnittlich bis zu 30 Mitwirkungen an Festzügen und Platzkonzerten, sowie zahlreichen Ständchen im Jahr, präsentiert sich der Fanfarenzug als ein attraktiver Botschafter für die Gemeinde Meinhard. Die Verantwortlichen der Vereinsführung sind stolz darauf, auch im Zeitalter von Handy und Computer, gerade der Jugend eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bieten, in der die freudige und unbeschwerte Teilnahmebereitschaft am kulturellen Leben im Mittelpunkt steht.

(Horst Volkmar)

                

Fanfarenzug - Stationen :

Voller Stolz über ein erfolgreiches erstes Jahr, mit sechs Auftritten, ließ es sich die junge Truppe nicht nehmen, ihr einjähriges Bestehen zu feiern:

Mit einem Fackelzug durch Grebendorf wurde das Fest eröffnet. Anschließend ging es ins Vereinslokal "Terassencafe", bei der Familie Biedermann,  zur Geburtstagsfeier.  Hier blieb man viele Stunden gemütlich zusammen, um eine erfreuliche Bilanz zu würdigen.  Als besonderes Ereignis galt hierbei, dass die Neulinge bereits im ersten Jahr den Mut aufbrachten am Fanfaren-Wettstreit in Witzenhausen teilzunehmen. Mit der Eisenbahn fuhr man nach Witzenhausen, denn Autobesitzer war nur Heinz Böttner und konnte dort, von einem riesigen Lampenfieber geplagt, den 5. Platz belegen.  

 

In der Werra-Rundschau wurde auf unsere Geburtstagsfeier mit einem ausführlichen Artikel hingewiesen ! (Initialen HB : Autor Helmut Buchbach)

Die von Heinz Böttner im Gründungsjahr selbst angefertigte Vereinsfahne

 

Als nächstes offizielles Jubiläum wurde unser 15-jähriges Bestehen gefeiert. Da das erste Vereinslokal "Terassencafe" nicht mehr existierte, hatte man als neues Vereinslokal die Gaststätte "Bernstal" gewählt. (Damaliger Pächter Familie Bold)  So wurde dann am 11. November 1972 eine richtig zünftige Geburtstagsfete gefeiert. Erstmals mit Musik von einer selbst gebauten Discothek, die uns auch bei nachfolgenden Vereinsveranstaltungen zur Verfügung stand. Umrahmt wurde diese Fete auch mit musikalischen Liveeinlagen von Horst Volkmar (Gesang), Walter Menzel (Schlagzeug und Gesang) und Eddie Buchenau (Gitarre und Gesang).

Jedes Mitglied, welches 15 Jahre dabei war, erhielt eine Ehrenurkunde.

 

Der Bericht hierzu in der Werra-Rundschau :

 

Auch die HNA berichtete kurz über  unsere Feier :

 

 

Dann kam das erste große Jubiläum : Vom 07. bis 08. Mai 1977 wurde auf dem Festplatz in Grebendorf, zum 20-jährigen Jubiläum, ein Festzelt von der Firma Heinrich Staub für 1200 Personen aufgestellt. Bereits am Samstag wurden mit einem Platzkonzert durch den Jugendspielmannszug Frieda und dem Jubiläumsverein die Feierlichkeiten eröffnet. (Siehe hierzu auch Festprogramm !)

 

Werra-Rundschau am 05. Mai 1977 :

Jeder Gastverein und jedes Mitglied welches 20 Jahre im Verein war, bekam damals unseren Vereinswimpel überreicht :

 

Im Jahre 1979 konnten wir den größten offiziellen Erfolg unserer Vereinsgeschichte verbuchen :

Bei der Teilnahme an den Landeswertungsspielen des Landesfeuerwehrverbandes Hessen, veranstaltet in Homberg/Ohm, konnte unser Fanfarenzug eine Silbermedaille erringen. Wochenlange Vorbereitungen und Training bis in das letzte Detail. Mehrmalige Übungsstunden in der Woche und Drill ohne Ende brachten uns schließlich einen nie erhofften Erfolg !

 Um neben den Auftritten und Übungsstunden die Kameradschaftspflege nicht zu kurz kommen zu lassen, wurde im August 1979 die erste große Vereinsfahrt durchgeführt. Mit 2 Bussen ging es in einen der ersten große Freizeitparks in Deutschland, nach "Fort Fun". Für viele Mitfahrgäste war es der erste Besuch in einem Freizeitpark, die ja Heute von den großen und bekannten Freizeitparks beherrscht werden.